Eigentlich bin ich mehr zufällig an die netten Tierchen gekommen. Beim Zoohändler sah ich zwei hübsche ausgewachsene Paare Kaisertetras. Salmler interessierten mich schon länger und mein 150 Literbecken war spärlich besetzt, daher nahm ich die Tiere mit. Das Becken war besetzt mit Antennenwelsen (Ancistrus dolichopterus ), marmorierten Panzerwelsen (Corydoras punctatus), Rote Neon (Paracheirodon axelrodi), Dreibandziersalmler (Nannostomus trifasciatus) sowie Amano-Garnelen zum vertilgen der Algen.
Nach einigen Wochen beobachtete ich, dass die Kaisertetras, wie auch andere Salmlerarten vor ihnen, einen Busch aus Javafarn und Javamoos zum Ablaichen nutzten. Das Balzspiel war recht stürmisch, immer wieder drängte das Männchen ein balzbereites Weibchen in den Busch. Interessanterweise vertrieb das Männchen sehr energisch andere Fische, die sich während der Balz im Bereich des Pflanzenbusches aufhielten. Diese Balzspiel konnte ich im Abstand einiger Tage immer wieder beobachten. Sehr überrascht war ich, als ich eines Tages, mehr zufällig, im dichten Bestand aus Sagitarien, die als Rasen im Vordergrund des Beckens standen, ein Mini-Fischchen beobachtete. Nach vielleicht 6 Wochen verließ das Fischchen mit einer Größe von mittlerweile einem Zentimeter das schützende Pflanzendickicht und wagte sich in das freie Wasser. Zwei weitere gesellten sich dazu. Nach und nach kamen weitere Jungfische auf, die Gruppe wuchs. Bein Ortswechsel von Stuttgart nach Hannover, ca. eineinhalb Jahre später, waren bereist 12 Kaisertetras im Becken. Nach dem Umzug dauerte es eine geraume Zeit, bis das Becken wieder ausreichend dicht bewachsen war. Wohl auch durch regelmäßiges Verfüttern von Wasserflöhen erschien dann im Sommer ein kleiner Schwarm von 15 (!) Jungfischen.
Interessant war für mich vor allen das Verhalten der Tiere untereinander. Im Aquarien Atlas las ich , dass Kaisertetras als Schwarm aber auch Paarweise gehalten werden können, recht friedlich aber anspruchsvoll sind. Die beiden ersten Paare entsprachen so gar nicht meiner Vorstellung eines Schwarmfisches. Die Männchen waren recht aggressiv miteinander derart, dass das überlegene Tier das schwächere erbarmungslos verfolgte, die Weibchen waren eher teilnahmslos dabei. Das schwächere Männchen verstarb dann auch nach einiger Zeit. Die nachwachsenden Jungfische wurden kaum verfolgt, allerdings von ältesten Männchen "diszipliniert". Die Jüngeren legten sich beim herankommen des stärksten Männchens leicht auf die Seite, zu erbarmungslosen Verfolgungen, wie zwischen den beiden ausgewachsenen Männchen, kam es nicht mehr. Auch die Jüngeren jagten sich regelmäßig und es schien mir, dass die Tiere der Gruppe sich kannten und eine Rangfolge erstritten. Das galt in erster Linie für die Männchen, die Weibchen gingen deutlich friedlicher miteinander um. Bei der Balz gab es keine festen Paare, auch rangniedrigere Männchen balzen. Die anderen Männchen hielten sich dann meist etwas entfernt.
Auffallend war auch, das die Tiere sich regelmäßig Wasserlinsen (Lemna ninor) von der Wasseroberfläche holten und fraßen, auch kurz nach einer Futtergabe. Dieses hatte ich zuvor auch schon beim Roten von Rio beobachtet, aber nicht in dieser Intensität. Die anderen von mir gepflegten Fische machen sich allerdings nichts aus den Linsen. Mir scnien, dass die Tiere die Linsen zum Wohlergehen benötigen, daher gab es immer einige davon auf der Wasseroberfläche. Auch das regelmäßige verfüttern von lebenden Wasserflöhen und Grindal bekam ihnen erwartungsgemäß gut.
In der Nähe von Stuttgart (Ostfildern) lief das Wasser mit 8°dGH aus der Leitung. Nach meinem Umzug stellte ich fest, dass das Wasser in der Nähe von Hannover mit fast 20° dGH deutlich härter war und bangte schon um das Wohlergehen meiner Salmler. Sehr erfreut war ich daher, dass meine Vermieter Regenwasser für ihren Garten sammeln, so dass ich das harte Wasser durch zumischen deutlich verträglicher machen konnte. Ich gab deutlich mehr Regenwasser als Leitungswasser zu, aber regelmäßig auch eine Priese Löß (Luvos Heilerde). Die Gesamthärte lag bei etwa 3-6° dGH mit einem pH-Wert im sauren Bereich (5-6).
Vor 300 Jahren fanden in Amerika eingewanderte Holländer in kleinen Gewässern, die sie in ihrem holländischen Platt "Kill" nannten, kleine Fische aus der Familie der Cyprinodontidae. Die Fische, die sie also in den "KUHLEN" fanden, nannten sie Killifische. Als 1960 in Amerika eine nationale Organisation gegründet wurde, die sich die Haftung und das Studium der eierlegenden Zahnkarpfen zur Aufgabe machen wollte, erinnerte man sich an den Namen Kill. Sie machten sich den Namen Kill zu eigen und nannten ihre Organisation "American Killfish Association". 1969 wurde dann auch in Deutschland die "Deutsche Killifisch Gemeinschaft" ins Leben gerufen. Es folgten dann England, Holland, Schweden usw., so dass der Name "Killifisch" zum weltweiten Begriff wurde.
Der Name "eierlegender Zahnkarpfen" sagt uns, dass die Kärpflinge auf den Schlundknochen zahlreiche Heckelzähne tragen, die den Fischen zum Fressen und dem Ichthyologen zur Unterscheidung der Gattung und Art dienen. Heute bestimmen die Wissenschaftler die Fischarten und Gattungen an den Flossenstrahlen, den Fortsätzen der Schuppen, dem Augendurchmesser, der Gesamtlänge, Körperhöhe, Körperlänge, Kopflänge usw. Man hat erkannte, dass Namen, die Jahrzehnte bestanden haben, vollkommen falsch waren. Es wurden die Gattungen also ganz neu aufgegliedert und neue Namen neu hinzugenommen. So heißt der A. striatum heute A. lujae, aber den eigentlichen striatum hat man auch wieder entdeckt. Der A. callabaricus heißt Roloffia libenensis, A sjoestedti heißt Roloffia occidentalis.
Das Verbreitungsgebiet der Killifische erstreckt sich über den ganzen tropischen und subtropischen Raum, mit Ausnahme Australiens. Sie leben überwiegend in Süß- und Brackwasser, doch kommen einzelne Arten auch im Meer vor. Das Schwergewicht der Verbreitung der Killifische liegt im tropischen Afrika, wo die Artenfülle und Schönheit außerordentlich groß ist. So leben zum Beispiel die Aphyosemion-, Roloffia- und Epiplaty-Arten in Westafrika (Guinea, Sierra Leone, Liberia, Nigeria, Kamerun, Gabun und Kongo), die Nothobranchiusarten in Ost- und Zentralafrika, Kenia, Tanganjika und Kongo. In Südeuropa, vorwiegend Spanien, lebt Aphanius iberius. Die Cynolebias-, Peterolebias-, Rachovia- und Austrofundulus-Arten leben in Südamerika (Venezuela, Brasilien, Uruguay, Argentinien). In USA leben Cyprinodontidae und Jordanella floridae, die Aplocheilus-Arten in Asien (Japan, Thailand, Indien).
Aufgrund der weiten Verbreitung ist das Fortpflanzungsverhalten sehr vielseitig. Alle Killifische reagieren sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen oder Veränderungen ihres Milieus von weichem in hartes Wasser. Flossenklemmen ist die erste Reaktion auf diese abrupte Veränderung. Meist führt sie sogar zum Tode. Die idealen Werte für Pflege und Zucht der Killifische sind Wassertemperaturen zwischen 20 und 24°C und eine Gesamthärte des Wassers um 5 Grad dGH, wobei der pH-Wert unter Neutral liegen sollte (6,2 bis 6,8 pH). Killifische sind sehr gute Springer. Um dem entgegenzuwirken, sollte man die Aquarien gut abdecken. Zur Fortpflanzung ist eine kräftige Fütterung Bedingung (rote, schwarze, weiße Mückenlaven, Enchyträen, Grindalwürmer, Drosophila, Cyclops). Trockenfutter fressen die Killifische meist nicht.
Wir kennen hauptsächlich zwei Laichverhalten. Zum einen die Fische, die zu den Haftlaichern gehören und die, die in den Boden ihre Eier ablegen, die Bodenlaicher. Es gibt aber auch Arten, die beides zugleich bevorzugen. Die Haftlaicher legen ihre Eier in der Regel an feinfiedrigen Pflanzen (Javamoos, Myriophyllum, Cabomba) ab, aber auch an Wurzeln und Torffasern. Dabei ist in dieser Gruppe die Grenze zwischen Haft- und Bodenlaichern nicht konkret zu bestimmen. Die sieht man daran, dass einige Tiere ihre Eier in Bodennähe ablegen, andere wieder die oberen Wasserschichten bevorzugen. Zur Zucht sollte man immer ein Männchen und ein Weibchen ansetzen, da die Männchen stark treiben. Ein Aquarium mit 2-3 Liter Wasserinhalt genügt zur Zucht. Alle 3 bis 4 Tage sammelt man die Eier von dem Laichsubstrat ab. Ein Berühren der Eier mit den Fingern schadet nicht, da sie sehr hartschalig sind. Nur unbefruchtete Eier zerfallen, wenn man sie berührt. Die Eier werden in ein Gefäß überführt, dessen Wasser einen Zusatz eines Desinfektionsmittels enthält, um ein Verpilzen der Eier zu verhindern. Sollten trotzdem einige Eier verpilzen, sammelt man sie ab, um ein Übergreifen des Verpilzens zu verhindern.
Die Jungen der Haftlaicher schlüpfen bei dieser Methode in der Regel nach 10 bis 18 Tagen und müssen dann in ein Aufzuchtbecken mit gleichem Wasser überführt werden. Man kann auch die abgesammelten Eier in feuchten Torf überführen und diesen in einem verschlossenen Behälter 3 Wochen bei 22°C aufbewahren und dann aufgießen. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Jungfische gleichmäßig schlüpfen und die heranwachsenden Jungen nicht nach Größe sortiert werden müssen. Außerdem ist die Futterfrage nur einmal zu lösen. Nach dem Schlüpfen sollte die Fütterung sofort einsetzen, mit Artemia-Nauplien oder Staubfutter.
Da die Haftlaicher in der Regel Dauerlaicher sind, könnte man sie unbegrenzt zur Zucht ansetzen. Produktiver laichen die Paare allerdings, wenn man sie 3 Tage zur Zucht ansetzt, dann die Geschlechter bei guter Fütterung 3 Tage trennt. Diese Methode kann man beliebig wiederholen.
Die Bodenlaicher, die in Tümpeln leben, welche periodisch austrocknen, also in der Regenzeit Wasser führen (November-Januar in Afrika, Juni-September in Südamerika) und in der Trockenzeit vollkommen austrocknen, sind leider sehr kurzlebig. Das hat mehrere Ursachen. Einerseits führen die Tümpel nur wenige Monate Wasser, andererseits sorgt die hohe Temperatur für einen erhöhten Stoffwechsel, was die Entwicklungsphase der Tiere beschleunigt. Im Aquarium können wir deshalb die Tiere, wenn wir sie bei niedrigen Temperaturen pflegen, ca. 20 °C, doppelt so lange am Leben erhalten (bis zu 1 1/z Jahre).
Die Zucht ist etwas einfacher und weniger zeitraubend als bei den Haftlaichern. Es ist auch hier zu raten, 1 Männchen und 2 bis 3 Weibchen zur Zucht anzusetzen. Wir setzen das Trio 2 bis 4 Wochen in ein 10 bis 15 Liter fassendes Aquarium, in das wir eine 2 bis 5 cm dicke Torfschicht gefüllt haben. Die Tiere laichen nun je nach Art oberhalb, indem das Männchen das ausgestoßene Ei mit einem Schwanzschlag in den Bodengrund befördert, oder weit eingegraben im Torf ab. Nach Ablauf der 2 bis 4 Wochen überführt man das Trio in ein neues, vorbereitetes Becken, um sie weiter ablaichen zu lassen.
Das Wasser aus dem alten Zuchtbecken gießt man ab und drückt den Torf vorsichtig aus. Danach lässt man den Torf auf einem Stück Zeitungspapier noch etwas antrocknen, so dass er eine kaffeebraune Farbe annimmt. Bei zu feuchtem Torf dauert die Entwicklung der Eier länger. Bei sehr trockenem Torf gehen viele Eier ein, während die restlichen eine schnellere Entwicklung zeigen. Hat der Torf die richtige Feuchtigkeit bzw. ist der Torf angetrocknet, wird er in einen Plastikbeutel gefüllt, der fest verschlossen wird. Bei einer Temperatur um 20°C sollte der Torf 2 bis 9 Monate je nach Fisch Gattung gelagert werden.
Nach der Lagerfrist wird der Torf in ein Aquarium geschüttet und mit 15 bis 18°C warmen Wasser übergossen. Durch diesen Kaltwasserschock schlüpfen die Jungfische schneller und zahlreicher. Der Aufguss mit 17 bis 18°C warmem Wasser brachte allerdings mehr Bauchrutscher als bei 20 bis 22°C. Der Wasserstand darf beim Aufguss nicht zu hoch sein, da die Jungfische nach dem Schlüpfen ihre Schwimmblase mit Luft füllen müssen. Nach wenigen Stunden sind die Jungfische geschlü und müssen sofort mit Staubfutter angefüttert werden. Nach 3 bis 4 Tagen kann man dann zu Artemia übergehen. Die heranwachsenden Jungen müssen dann nach Größe sortiert werden, da sie unterschiedlich schnell wachsen und zum Kannibalismus neigen. Nach 3 bis 4 Monaten sind die bodenlaichenden Fische zuchtfähig.
Der Zebrakrebs ist erst seit kurzer Zeit auf dem Markt. Ich halte ihn bei Temperaturen von 22 – 26 Grad. Es kann dem Krebs gerne auch einmal getrocknetes Laub (z.B. Buche + Eiche) angeboten werden – mögen die meisten Krebse und auch Garnelen gerne! Die australischen Krebse (Cherax) sollten nicht mit amerikanischen Krebsen zusammengesetzt werden (Krebspest).
Der Zebrakrebs hat kräftige Scheren mit dem er gut zukneifen kann – macht er jedoch nur, wenn es keinen Ausweg mehr gibt. Er ist von Natur aus 'schüchtern' und tritt immer den Rücktritt an, sobald ihm etwas nicht geheuer ist – ganz anders wie die amerikanischen Verwandten. Der Zebrakrebs lebt in Gewässern, in denen er oft sich unter Steinen o. ä. eingraben muss – dies macht er auch gerne im Aquarium; daher sollten Steinaufbauten gut gesichert sein (also nicht zusammenbrechen, sobald der Kies vor den Steinaufbauten entfernt worden ist). Bei mir werden die Pflanzen überwiegend in Ruhe gelassen, sie werden evtl. nur ausgebuddelt.
Ich habe die Krebse in verschiedenen Becken, u. a. auch in einem 40 Liter Becken, mit einigen Guppys, Goldmollys und manchmal auch langflossige Antennenwels (insgesamt 5 – 6 Fische); und es fehlte selten ein Stück Flosse oder ein Guppy Männchen. Sie sind wesentlich friedlicher, als die amerikanischen Verwandten.
Es sollte jedoch beachtet werden 'es wird alles gefressen, was man kriegen kann', nur der Cherax hat wenig Ambitionen dazu; daher sollte berücksichtigt werden – die Fische sollten Ausweichmöglichkeiten haben, ansonsten könnte der eine oder andere Fisch vielleicht mal verschwinden, ist eben 'NATUR'.
Bei mir ist es geschehen, dass 3 Cherax ( 2 Weibchen und 1 Männchen) in meinen nicht in Betrieb gewesenen Biofilter geschwommen sind –Maße 30 x 10 x 50 cm Höhe; ein Tier hat sich gehäutet und es ist nichts passiert – wohl gemerkt – es ist nichts, also nichts abgeknipst worden; das frisch gehäutete Tier war 2 – 3 Tage zu 100% schutzlos; dies wird kaum bei einem anderen Krebs geschehen !!!!!!!!!!!
In einem anderen Fall waren 2 Männchen in einem 40 Liter Becken – ein Tier hat sich gehäutet und es wurde diesem Tier, nur ein Teil der oberen oder unteren Scheren (es sind auf jeder Seite je eine Schere mit Unter- und Oberteil vorhanden) abgeknipst – bei den meisten Krebsen würde der ganze Krebs zerledert werden.
Aber bei diesen ist die Meinung: bei der nächsten Auseinandersetzung fällst du jetzt aus – und das reicht dem Rivalen; und fertig.
Jeder Krebs benötigt seine eigene Höhle, wenigstens zur Häutung, verloren gegangene Gliedmaßen wachsen wieder nach.
Falls die Krebse zu eng gehalten werden, kann es vorkommen, dass der sich häutende Krebs von den anderen Krebsen verletzt oder getötet wird - dies kann auch von Fischen (z.B. Schmerlen, mittelgroßen Barschen u. a.) erfolgen. Der Krebs ist dann nämlich weich und zu 100% wehrlos.
Geschlechtsunterschiede: Männchen - bei dem letzten Beinpaar sind am Ansatz kleine Geschlechtsöffnungen (Gnubbel). Bei den Weibchen sind beim Ansatz des 2. Beinpaares kleine runde öffnungen und es gibt auch Tiere, die haben beides - dieses sind jedoch alles Männchen.
Zum anderen tragen die Weibchen nach einem Alter von ca. 9 Monaten und einer Größe von 8 cm die ersten Eier. Die Weibchen tragen die Eier unter ihrem Hinterleib ca. 6 Wochen mit sich herum - je nach Temperatur. Die Jungen verlassen dann die 'Mama' und sind total selbstständig, sie gehen dann in kleine Höhlen bzw. graben sich ein.
Sollten die Jungtiere auf zu engem Raum gehalten werden, reduzieren sie sich gegenseitig - spätestens bei der Häutung. Übrigens die Paarung erfolgt in allgemein üblicher Betriebsausflugsform - anhauen, schnappen, Weibchen auf den Rücken legen, vernaschen und dann abhauen. Die Paarung kann jedoch recht lange - über Stunden - dauern.
Text: Irma Schumacher Fotos E. okefenokee: Frank WERNER und E. evergladei Michael Brederecke
Elassoma evergladei sind in Nord Amerika (USA) beheimatet. Diese netten Zwerge werden ca. 3 cm groß und sind absolut anspruchslos bis auf auf die Kleinigkeit, dass sie nur Lebendfutter fressen. Gelegentlich sollen sie auch Frostfutter akzeptieren, aber das habe ich nicht versucht.
Die Männchen zeigen eine schöne Balz mit Flossenschwingen und kurzen ruckartigen Schwimmbewegungen. Das Balzkleid ist tief schwarz mit einzelnen himmelblauen Glanzschuppen. Außerhalb der Balz sind sie von den Weibchen durch einen dunklen Schatten in den Flossen zu unterscheiden. Die Weibchen sind schlicht braun gesprenkelt, mit durchsichtigen Flossen.
Sie sind 'Schleichjäger', die gemächlich durchs Becken wandern, immer auf der Suche nach etwas fressbarem. Den eigenen Jungfischen stellen sie allerdings kaum nach. Gibt es genug feines Futter, dann gibt es auch im Daueransatz reichlich Nachwuchs, leider überwiegend Männchen.
Elassomas benötigen eine Winterruhe um Geschlechtsreif zu werden (heißt es), d.h. sie benötigen niedrige Temperaturen (minimal 8 °C) und auch geringeres Futterangebot über einige Wochen. Im Sommer ertragen sie auch mal Temperaturen bis 30°C.
Bei mir leben sie im einen transparenten 20 Liter Plasikbox (1,50 EUR bei IKEA) auf der Fensterbank ohne Heizung drin und drunter. Die Temperatur schwankt im Jahresgang zwischen 14°C und 30°C. Auch Filter und Belüftung gibt es nicht. Javamoos, Fadenalgen und verschiedene Stängelpflanze sorgen für Sauerstoff und Wassersauberkeit. Belichtet wird mit Sonne von schräg oben, d.h. zum Fenster hin ist abgeschattet, damit sich das Wasser nicht zu stark erwärmt. (Bei starker Belichtung und Photosynthese kommt es durch die Algen evtl. zur 'biogenen Entkalkung, was zur starken Anhebung des pH-Wertes führt, bei vorhandener Karbonathärte.) Als 'Einrichtung' gibt es abgestorbene Farnwedel, die ich im Spätherbst im nahe gelegenen Moor sammele. Wasserwechsel erfolgt einmal pro Monat mit Regen- (80%) und Leitungswasser. Für die Pflanzen gibt es ein kleines Körnchen Kali-Magnesia. Gefüttert wird mit Grindalwürmern und Wasserflöhen bzw. Tümpelfutter. Jungfische, die ich von der Wasseroberfläche absammle wandern ins Wasserfloh-Becken . Hier gibt es neben Daphnien und Cyclops weiteres Kleingetier. Gefüttert wird täglich mit wenigen Tropfen Milch. Sind die Jungtiere groß genug, wandern sie zurück ins Elternbecken (bevor sie die Daphnien ausrotten). Das Geschlechterverhältnis der Nachzucht ist annähernd ausgeglichen. Von anderen Züchtern hörte ich, dass meist nur Männchen groß werden. Ich mutmaße, das die ausreichende Versorgung mit Staubfutter und/oder das permanent gute Futterangebot das Geschlechterverhälnis positiv beeinflussen. Das welke Laub ist eine gute Futterquelle für Mikroorganismen und auch Besiedlungsfläche.
Im letzen Jahr haben 4 Monate alte Weibchen im Spätsommer abgelaicht. Wie wichtig die Winterruhe ist, kann ich daher nicht sicher sagen.
Das erste Mal sah ich ihn auf einer Börse, in einem kleinen Becken. Die Tiere waren sehr unscheinbar weil sie sich nur unter eine Wurzel klemmten. Ich fand sie sehr interessant, mit ihren kleinen süßen Knopfaugen und dem freundlichen Gesichtsausdruck. Aber ich war am zögern und wollte noch eine Runde rumschauen und es mir überlegen. Wie es dann ja meistens kommt, waren natürlich dann schon alle kleinen Welse weg. Ich habe mich erst mal damit abgefunden, was sollte ich auch anderes tun.
Also suchte ich auf anderen Börsen danach und schaute in Aquarienläden ein bisschen, aber ich fand die Kleinen nirgendwo. Als ich dann schon fast nicht mehr daran gedacht habe, hat Frank sie aus der Züchterei mitgebracht. Also nahm ich mir gleich eine kleine Gruppe mit nach Hause und packte sie in ein 60 cm (60x30x30cm) Becken. Dann machte ich mich erst mal über die kleinen Nachtschwärmer schlau. Ich hatte nicht sehr viel gefunden, aber immerhin fand ich auch einen schönen Zuchtbericht. Also baute ich das Becken um mit mehreren Höhlen, das alle Tiere sich am Tage verstecken konnten und ein paar Pflanzen. Als Futter bekommen sie von mir alles Mögliche von Lebendfutter, Frostfutter bis Granulat und Futtertabletten (hauptsächlich fleischlich). Man sieht sie am Tage nicht sehr viel, aber wenn sie Futter bekommen, dann flitzen sie durchs ganze Becken, ein lustiges Gewusel. Daher kommt auch einer seiner Namen „Wasserhubschrauber“.
Wenn man die kleinen nachtaktiven Tiere am Tag mehr zu Gesicht bekommen möchte, kann man das Becken vorteilhaft einrichten, z. B. die Eingänge der Höhlen nach vorne richten und Steinaufbauten so hinstellen, dass man hinein schauen kann. Man sollte ihnen immer genügend Schlafplätze bieten, damit keine Streitereien entstehen. Der Tatia ist sehr tolerant gegenüber Schwankungen der Wasserwerte und lässt sich bei Temperaturen zwischen 22 bis 28° C halten, wobei das Wasser sehr sauerstoffreich sein sollte und es sollte nicht zu hart sein.
Der Tatia perugiae ist ein sehr friedlicher Wels und deshalb sehr gut mit allen möglichen Fischen zu vergesellschaften. Ich habe die Jungtiere mit Lebendgebärenden zusammen gehalten, auch mit Bärblingen und anderen Welsen.
Die Geschlechter der Tiere kann man sehr gut unterscheiden, die Männchen haben ein Begattungsorgan und die Weibchen nur eine normale Flosse. Das Besondere bei den Welsen ist, das die Befruchtung der Eier im Körper des Weibchens stattfindet und nicht, wie sonst bei Welsen üblich, nach dem ablaichen.
Die Weibchen legen bis zu 60 Eier, die mit einem Durchmesser von etwa zwei Millimetern ziemlich groß sind. Der sich entwickelnde Embryo ist von einer starken Schleimschicht umgeben.
Das Weibchen betreut die Eier, da ihre Brustflossen nicht wie bei anderen Welsen dazu geeignet sind, dem Laich Wasser zuzufächeln, entwickelt das Weibchen eine starke Atemfrequenz. Die Jungen schlüpfen schon nach drei bis vier Tagen, nach knapp zwei Wochen ist ihr sehr großer Dottersack aufgebraucht.
Ganz wichtig ist noch zu sagen, dass ich bei meinen ersten Jungtieren einen großen Fehler begangen habe. Da die Jungtiere schon nach kurzer Zeit sehr stark oberflächenorientiert sind, habe ich entkapselte Artemia gefüttert, so wie ich es auch in einem Bericht gelesen habe. Da die Jungtiere dieses Futter aber nicht sehr gut verdauen können, habe ich vom ersten Wurf leider nur ein einziges Jungtier durchbekommen. Aber ich bin jetzt um einiges schlauer geworden. Im Aquarienatlas ist der Geschlechtsunterschied und die Zucht als unbekannt beschrieben.
Eure Livia Lettau